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Donnerstag, 29.12.2011, 17:03

Also normalerweise sitze ich zwischen Weihnachten und Neujahr vorm Lap und erarbeite meinen Jahresabschluß und meine neuen Vorsätze fürs kommenden Jahr.

Ja, klar ich sitze vor meinem Lap und bearbeite die Sache... in meinen geliebten pinkeren Jogginghosen. Ungeschaut: seit den unflätigen Bemerkungen über Hausfrauen in Jogginghosen und Lockenwicklern ist meine Pinkeren wohl viel öfter noch aus dem Schrank geholt worden.

Das Ding ist in etwa 3 Jahre alt, aber immer noch knallpink. Sogar in Markenqualität mit einer Katze drauf. äh, ja meine Katzen stehen übrigens auch auf pink. Und hin und wieder verwandelt sich das modische Teil in eine Jogginghose mit Mohairbesatz.
Meine Schwester hat mir das Ding anno dazumal mit einem süffisanten Grinsen geschenkt. Nau inzwischen hamma sogar ein Statussymbol draus gemacht. Die Pinkeren steht für mich und ich steh zur Pinkernen.

1. in der Pinkernen ist gut Joggen
2. Pilates, Yoga, Yogilates, Stretch und Pole - lässt sich alles damit hinbiegen
3. kochen, waschen allg. Hausarbeiten
4. endloses surfen im WWW, bissige Kommentare abgeben und dabei ungeniert die Gurkenmaske im Gesicht haben - kein Problem
5. Kurzeinkäufe: die Pinkeren + pinkes T-shirt + weiße XL Shades + Zechentanga und hippen Shopper
das fällt in jedem B I LL A auf! Da bist ungewollt VIP und bekommst Beifall am Parkplatz
6. in der Pinkernen ist sehr gut SEX haben
7. meine Pinkerne hat mehrere pinkfarbene Kumpels - ein knallrosa Shirt, einen pinkernen Kapuzenpulli und und und
8. Schlechte Laune hat keine Chance in der Pinkernen
9. sie schmeichelt meiner Figur! Jedes mal wenn ich das Teil auszieh, bin ich soooo happy, dass mein POPO nicht die gleiche Form wie die Jogginhose hat.
10. Meine Mama würde niemals behaupten, dass die Pinkerne an mir gut aussieht - äh, meine Mama hat Stil!!!
11. Eine Pinkerne für alle Fälle! das ist die Devise


Also ich steh nunmal auf das Teil und seine biederne Normalität. Dieser verruchte Hauch, der mich umgiebt wenn ich mir die Baumwolle über den Knackarsch ziehe - süpi. Eben hat mich mein Göttermann angerufen und gefragt was ich so allein daheim mache.... na was wohl? Ich sitz in meiner Pinkernen mit einem Riesenkaffeehäferl vorm Computer und bastel an meinen Neujahrsvorsätzen.

Einen hab ich schon:

BE PINK!!!!

lg lb


Sonntag, 11.12.2011, 23:40
Ich war vor 1989 in Indien, 4 lange Monate auf Rucksacktour. Meine männliche Begleitung stammte aus Italien, ich bin Wienerin. Dementsprechend der Kulturschock und das Kopfschütteln über die lokalen Gegebenheiten. Ich dachte damals ein zutiefst spirituelles heiliges Land zu finden - denkste!
Die Fahrt mit dem Taxi durch Mumbai - ehemals Bombay - war schlicht die Hölle für mein verwöhntes westliches Auge. Dreck, Armut, stinkende Abwässer, Kakerlaken und jede Menge Kinder dazwischen. Der Taxifahrer richtet die Frage an den Italiener neben mir. "Do you want to have some fun?" Der Italiener versteht nicht... "I bring you to a good place with beauty woman" Der Italiener versteht Bahnhof, aber mir dämmert langsam dass es sich hier wohl um Kamathipura - das Rotlichtviertel Mumbaiy handeln mußte. Im lonley planet wird ausdrücklich davor gewarnt.
Ich schau dem Italiener ins Gesicht und weiß spontan nicht wohin die Reise gehen würde, wenn ich nicht hier neben ihm im 'Taxi sitze....

vor ein paar Tagen war ein Bericht über das Viertel im TV -- hier eine erotische Beschreibung: Die Bedingungen, unter denen die zumeist minderjährigen Opfer zum Sex gezwungen werden, sind erschütternd. Die Mädchen werden zunächst von erfahrenen Frauen, häufig unter Anwendung brutaler Gewalt, gefügig gemacht. Innerer Widerstand wird gebrochen, Persönlichkeiten zerstört. Gerettete Frauen berichten von Gruppenvergewaltigungen, Folter in Form von vaginalen Elektroschocks und Verbrennungen der Brustwarzen mit Zigaretten sowie dem Einsatz von Drogen. Ist der Wille der Opfer gebrochen, müssen sie wehr- und schutzlos ertragen, was tagtäglich mit ihnen geschieht. Bis zu dreissig Kunden pro Tag müssen sie empfangen, Kondome werden nicht regelmäßig benutzt. Die Zahl der mit HIV/AIDS infizierten Frauen wächst dramatisch an. Dazu kommen Krankheiten wie Hepatitis, Tuberkulose sowie verschiedene Geschlechtskrankheiten.
(Quelle: http://www.chanceswiss.ch/index.php?id=44)

Die Wahrheit sieht dort doch so aus: Wenn man als Mädchen in dem Viertel geboren wird, ist der Weg wohl vorbestimmt. Nicht selten wird die "Jungfrau" teuer verkauft und so ins Geschäft eingeführt. Selbst vor den Jungen macht die Prostitution nicht halt. Es arbeiten geschätzt 200.000 Frauen zu miserablen Bedingungen und diesem Stadtteil. Für den umgerechneten Lohn von 1.60€ erfüllen sie jeden noch so perversen Wunsch der Freier, die Kleinkinder gleich nebenan. Die Mädels fangen als Kinder! an ihren Körper zu verkaufen. Von einer Seele ist hier schon nichts mehr übrig.

Erotisch? gell.... Aber das ist ja nur ein ganz geringer Teil der Prostitution und ja das gibts ja nur in 3. Welt Ländern, blablaba. Stop! Nicht vergessen, dass Indien zu den aufstrebenden Ländern der Erde gehört.
Ja, klar Weihnachten kommt - da könnte man doch spenden? Bitte hier: www.kindernothilfe.de/kinderprostitution
Dann ist das Gewissen beruhigt. Während hierzulande jeder 4. Mann je nach Preis einen gewissen Obulus bei einer Hure läßt - äh Nobelhure, sorry.
Einen Vorschlag hätte ich aber schon: Wie wärs wenn man einen art "Frauentausch" organisiert. Die Edelhure arbeitet 1 Woche zu indischen Bedingungen in Kamathipura und ein Mädel dafür zu ihren Konditionen hier? 1.60 pro Freier ist doch was? Für die gleichen Dienstleistungen.... weil Krankheiten gibts ja nicht. Und die Redaktion der Woman schreibt dann eine reisserische Story.

Ich hoffe ihr seid jetzt voll in Fahrt gekommen, bei soviel indischer Erotik.

lg lb


Donnerstag, 17.11.2011, 16:06

Bist Du moped! Was hab ich da für einen verrückten Job ausgefasst? Anforderung: 2 Uhr morgens am Abwurfplatz(was immer das sein soll) 100 Stk. , Gebiet: 23045xy, Hauszustellung - bis 6.00 Uhr.

Geht klar, Chef! kenn mich aus.... soll heißen ich verstehen Bahnhof. Also pilgert meinereins des Nächtens zum genannten Abwurfplatz im District. Es ist ein "BILLA" dunkel, zappeduster. Die Lotusblume bleibt sicherheitshalber im beheizten Auto sitzen. Schlag 2 Uhr wuselt es plötzlich um mich herum. Lauter dunkle Gestalten mit vermummten Gesichtern, dick angezogen - aber in löchrigen Turnpatschen versammeln sich.
Ich steige aus, ernte verwunderte Blicke und bemühe mich meine eingefrorenen Lippen zu einem Lächeln zu ziehen. Es wird in Sprachen gesprochen, die ich noch nie gehört hab. Wörter, Sätze die fremd sind - dazwischen wieder Englisch oder Deutsche Brocken.
Fremdartig und irendwie unheimlich. Den Männern ist kalt. Einige sind mit Fahrrädern gekommen auf denen große LGV(das Wiener Gemüse!) Kisten montiert sind.
10 min ist ein Kleinbus vorm Billa eingetroffen - blitzartig wird er entladen und jeder der Jungs nimmt sein schweres Paket. Jetzt werden Listen ausgeteilt und letzte Informationen gegeben. Gesprochen wird leise, fast geflüstert. "Du gehen mit Hassan, heute - ok?"

Ja, klar. No sicha, und wer ist der Hassan? Schaun nämlich alle gleich aus. Ein junger Bursch stellt sich vor. Ok, wir sollen also in diesem und jenem Gebiet unsere Ware verteilen. Hassan springt zu mir ins Auto. Er hat Routine in dem Job, ich dagegen stell mich an wie die berühmte Kuh beim Eierlegen.
Nach 2 h - gefühlten 7 h - ist der Job erledigt. Hassan ist Pakistani, keine 20 Jahre alt, spricht 5 Sprachen fließend und lernt seit einem halben Jahr Deutsch. Er versteht alles und lernt schnell. Er will in Österreich studieren hat aber derzeit nur Asylantenstatus - das erlaubt ihm keinen anderen Job. In Wahrheit gibt es keinen anderen Job!
ER ist Payperr Wallah!

If the door is open before he arrives, he flips the paper even faster from a longer distance. The ‘flap’ of the paper dropping on the floor and his vanishing downstairs is the same moment.
Today I woke up early, kept my door open, was making my tea. ‘Flap’… Vanish… Ran to my terrace… saw a small boy 14 or 15 at the gate…(http://shishirjoshi.wordpress.com/2011/05/03/paper-wallah-paayperr-wallah/)

Sie sind leise, schnell und genau. Keiner sieht sie, keiner beachtet sie. Aber wehe die Krone liegt net pünktlich um 6 Uhr vor der Tür. Egal wie scheiße das Wetter ist oder wie spät die Zeitungen geliefert werden. Ich hab mir das einige Nächte angeschaut, gelernt und bin um etliche Eindrücke reicher.
Wien bei Nacht ist anderes. Es ist meine Stadt.
Unsere Payperrr Wallahs sind ein Teil davon. Vielleicht, jetzt wo Weihnachten kommt, kann man ein paar Gedanken in die Nacht raussenden. Besser noch wäre eine kleine Anerkennung unter der Türmatte.....

lg lb